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Schatten der Erinnerung /Ungewöhnliche Wege zum Seelenfrieden /Von Geseko von Lüpke /Wenn ein Mensch etwas erlebt oder erleidet, was mehr ist, als seine Seele fassen kann, entsteht eine tiefe Traumatisierung - etwa durch Folter, miterlebte Terroranschläge oder Krieg. Viele Deutsche spüren nach der Nazi-Diktatur seelische Folgen, die trotz ehrlich gemeinter "Vergangenheitsbewältigung" immer noch wirken. Aufklärung der historischen Fakten und Anklage der Hauptschuldigen sind nur ein erster Schritt - erst die emotionale oder auch spirituelle Beschäftigung mit den Schatten der Geschichte hilft, das Trauma zu überwinden. Andere Kulturen gehen mit dem Thema möglicherweise leichter um. Der Autor sprach u. a. mit der Japanerin T. Matsubara, Zeugin des Atombomben-Abwurfs über Hiroshima, und dem südafrikanischen Mithäftling von Nelson Mandela, Lionel Davis. Sie fanden Wege, die Schatten der Erinnerung zu bearbeiten und Verzweiflung in Ermutigung zu verwandeln. / Redaktion Barbara Justine Zechmeister © WDR 2012
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Gut gehütetes Geheimnis eines Todes / Von der Selbsttötung meines Vaters und meinem Leben danach /Von Ursula Schmees /Je älter die Menschen werden, desto näher kommen sie dem Tod. Oder auch früher. In Deutschland nehmen sich jedes Jahr rund 10.000 Menschen das Leben. Im Suizid sagt ein zutiefst verzweifeltes Ich Nein zu seinem Leben und zu seiner Umwelt. Bei vielen Menschen löst ein Suizid in ihrer Umgebung seelisches oder körperliches Leid aus. Denn jedes Ich hat auch ein Du: Angehörige, Partner, Kinder, Freunde, Kollegen, Nachbarn. Der aus dem Leben geschiedene Mensch reicht quälende Fragen und Gefühle an sie weiter. Von einem solchen Nachlass erzählt diese Geschichte. Ein Mann kehrt aus dem Krieg heim, gründet eine Familie und verlässt sie durch seinen selbst gesetzten Tod. Wie lebt die Tochter mit dem Tod des Vaters weiter? /Redaktion Theodor Dierkes © WDR 2012
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Scheidung statt Silberhochzeit /Trennung "nach all den Jahren" /Von Karin Lamsfuß /Sie haben so viel miteinander durchgemacht: Das Haus gebaut, die Kinder großgezogen, den Vater gepflegt. Und dann das: Einer von beiden schmeißt das Handtuch und geht. Einfach so. Weil es das noch nicht gewesen sein kann. Oder weil er eine Jüngere hat oder sie endlich tun und lassen möchte, was sie will. Und weil sie merken, wie wenig sie einander noch zu sagen haben. Bei einigen begann die Leere, als die Kinder das Haus verließen - als die gemeinsame Aufgabe erfüllt war. Die Zahl der Paare, die sich nach vielen gemeinsamen Jahren trennen, hat sich in den letzten zehn Jahren verdreifacht. Manchmal sind die Folgen dramatisch: Loyalitätskonflikte der erwachsenen Kinder, Alkoholexzesse, Sinnkrisen und Existenzängste. Nicht nur dem Verlassenen fällt es schwer, in dem Neuanfang auch eine Chance zu sehen. Es gehört Mut dazu, vergessene Talente wieder zu beleben - aber es kann auch einen regelrechten Energieschub auslösen. /Redaktion Ingrid König © WDR 2012
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Selig, wer sich Mühe gibt /Auf das Leben - inmitten coolen Strebens /Von Frank Schüre /Warum sollte ich mir Mühe geben mit dem, was zu tun ist? Weil ich nur im Tun den Sinn und die Freude daran finde - und Mühe führt mich mitten hinein. Bemühe ich mich wirklich, dann gerate ich in das Zusammenwirken dieses wunderbaren Wortpaares - ich erlebe das Müh-Selige. Das ist selten im alltäglichen Leistungsdruck, das ist ein Aufleben und Aufgehen in der Aktivität. Dafür zählt alles komplett Uncoole: Geduld, Ausdauer und Einsatz aus Prinzip. Also ein Ja ohne Wenn-und-aber zu allem, was ansteht, ein Sich-Anvertrauen der Mutter wirklichen Gelingens, der Wiederholung. Und es braucht ein Vorbild - jemand, der so lebt: in der Seele der Mühe. /Redaktion Christina-Maria Purkert © WDR 2011
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"Vom Himmel hoch ..." /Weihnachten im evangelischen Pfarrhaus. /Von Kirsten Serup-Bilfeldt /Eine Bürgerstube mit einem kerzengeschmückten Christbaum, um den Familie und Freunde versammelt sind: der Reformator Martin Luther, seine Frau Katharina, der Freund Philipp Melanchthon und die Kinder - so stellte ein Künstler des 19. Jahrhunderts das Weihnachtsfest im ersten evangelischen Pfarrhaus der Geschichte dar.Auch wenn diese noch ganz anders aussahen: Aus den Christfesten im "Schwarzen Kloster" zu Wittenberg hat sich eine eigene evangelische Tradition herausgebildet, die vielfach bis heute das Weihnachtsfest in Pfarrhaus und Gemeinde prägt. Die Weihnacht im evangelischen Pfarrhaus hat seit fast 500 Jahren immer wieder auch ihren Niederschlag in Kunst, Literatur und Musik gefunden hat. / Redaktion Christina-Maria Purkert © WDR 2011